„Wir brauchen keine neuen Organisationen entwerfen. Wir brauchen nur eine neue Art des Denkens zum Leben erwecken. Ich glaube, dass es keinen Sinn macht, viel Zeit darauf zu verwenden, die gegenwärtigen Realitäten zu bekämpfen. Es ist vielmehr an der Zeit, neue Modelle zu entwerfen, die in sich eine Komplexität tragen, die die alten Systemstrukturen überflüssig machen. Und in dem Maße, in dem wir das tun können, und zwar schnell, können wir dazu beitragen, einen nötigen Durchbruch zu schaffen für die Zukunft.“ (Dr. Don Beck)
SDi – wie es entstand
Auch erwachsene Menschen entwickeln sich meistens weiter und verändern im Laufe der Jahre ihre Weltsicht. Nur teilen nicht alle Menschen dieselbe Sicht der Dinge. Das war das Ergebnis einer etwa 20jähriger Forschungsarbeit des amerikanischen Entwicklungspsychologen Clare W. Graves im letzten Jahrhundert. Er konnte aufzeigen, dass Menschen in Reaktion auf unterschiedliche Lebensverhältnisse verschiedene Wertecluster (vMEMEs) entwickeln. Diese dienen als Wahrnehmungsfilter, aber auch als Muster für Verhalten und Verstehen. Clare W. Graves schuf mit diesem Modell der bio-psycho-sozialen Entwicklung, heute kurz Spiral Dynamics integral genannt, eine Verstehenshilfe in das, was menschliches Handeln ausmacht.
SDi – wovon es handelt
Spiral Dynamics bietet ein Erklärungsmodell dafür, wie Werte menschliches Handeln prägen, warum Menschen unterschiedliche Entscheidungen treffen, welche Konflikte im Miteinander daraus erwachsen und welches Verhalten in welchen Lebenssituationen hilfreich ist.
Menschen passen ihr Verhalten, und damit auch ihre Wertvorstellungen, unbewusst an ihre Lebenssituation an. Jedoch können dramatisch sich ändernde Lebensverhältnisse tiefgreifende Impulse zur Veränderung geben und so eine mehr oder weniger bewusste Suche nach neuen Möglichkeiten des Denkens und Handels anregen. Dieses verfestigt sich im Laufe der Zeit zu einem neuen Verhalten und bewirkt so zugleich eine Veränderung in den Werten des Einzelnen oder auch einer ganzen gesellschaftlichen Gruppe. Dabei kommt es immer wieder zu sich vielfach überlappenden und sich verschränkenden fließenden Wellen der Entwicklung. Von ihrer Entstehung her ist jedes Entwicklungsmuster eine neue Anpassung an veränderte Lebenssituationen. Jedes von ihnen ist in spezifischen Zusammenhängen eine möglichst beste Antwort auf die Lebensumstände und grundsätzlich erst mal nicht besser oder schlechter. Doch können die ursprünglich hilfreichen Verhaltensweisen und Werte unter veränderten Anforderungen zu großen Problemen führen und kontraproduktiv wirken.
SDi – zunehmende Komplexität
Entsprechend den Veränderungen des menschlichen Lebensraums von ganz kleinen Gruppen hin zu globalen Kontexten, hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte mit jedem neuen Muster der Blickwinkel erweitert, mit dem Menschen die Welt und das Geschehen in ihr wahrnehmen. So nimmt die Fähigkeit zu komplexem Denken in dem Maße zu, in dem der einzelne Mensch sich immer weiter neue MEMEmuster kognitiv und emotional aneignet.
Die bislang acht bekannten verschiedenen vMEMEs erhielten ihre farbigen Kennzeichnungen in der Arbeit in Südafrika in den 80er und 90er Jahren. Zur leichteren Verständigung und als Kontrast zum Apartheid-Denken wurden spezifischen Werten/ Verhaltensweisen spezifische Farben zugeordnet. Sie trugen maßgeblich dazu bei, bisherige Kategorisierungen zu überwinden.
SDi – warum das Modell hilfreich ist
SDi unterstützt uns Menschen, unser Miteinander besser zu verstehen, Hintergründe für Konflikte zu erkennen und die Verschiedenheit der Menschen mit anderen Augen zu sehen. Gerade im Beratungsbereich können mit Hilfe des Modells neue Ideen für nötige Entwicklungen entstehen. Veränderungsprozesse bekommen so ganz neue Richtungen und Inhalte, die Vielfalt der MEMEmuster führen zu Handlungsmöglichkeiten, die der Vielfalt der Menschen Raum geben.